Leser-Interview #1 | „trauriges Happy-End“

Interview

Heute gibt es das erste Interview zu meinem Buch „trauriges Happy-End“. Ich durfte der lieben Lea (lea.schwedewsky auf Instagram) ein paar Fragen zur Story & zu den Charakteren stellen, die sie mit wundervollen Empfindungen & Gedanken beantwortet hat. Da mich die Winterzeit leider überhaupt nicht zu neuen Outfits inspiriert & ich mich „fashiontechnisch“ ziemlich zurückziehe, werde ich in den kommenden Monaten noch weitere Leser-Interviews zu meinen Büchern veröffentlichen. Die Interpretationen sind so unterschiedlich & interessant, dass ich euch das nicht vorenthalten möchte. Wenn ihr das erste Buch gelesen- oder sogar schon den zweiten / letzten Teil der Story durch habt & bock hättet auf ein Interview, dann schreibt mir einfach! Gerne würde ich auch eure Meinung & eure Interpretation auf meinem Blog teilen. Jetzt wünsche ich euch viel Spass mit diesem Interview!

1) Was denkst du, haben Anns „Visionen“ zu bedeuten?

Als Leser verspüre ich, dass Ann viele Gemeinsamkeiten mit Symen empfindet und flüchtet sich daher in seine Probleme und Geheimnisse. Dies könnte für sie bedeuten, ihren eigenen Problemen und Gedanken für eine Weile zu entkommen. Ich glaube, dass der kleine Junge, den sie in ihren „Visionen“ sieht, Symen widerspiegeln soll.

2) Mit welchem Charakter kannst du dich am besten identifizieren?

Für mich als Leser erlebe ich die Geschichte am intensivsten durch das Identifizieren mit der Hauptfigur. Ann führt mich als Leser durch ihre Gefühlswelt & lässt an ihren Zukunftsängsten, dem Erwachsenwerden & der Suche nach Liebe und Heimat teilhaben – alles bedeutende Bestandteile & Gedankengänge, die einen in seiner Jugend auch schon mal beschäftigt haben. Charakterstärken & Schwächen formen & zeichnen Ann aus. Das macht sie so nahbar & verzaubert den Leser mit Sympathie.

3) Welchen Charakter magst du am wenigsten und warum?

Emma, die Schwester der verstorbenen Ex-Freundin von Symen weist für mich als Leser starke charakterliche Schwächen auf. Sie wirkt unnahbar & unzufrieden mit sich selbst. Es scheint, als würde sie versuchen all die negativen Gefühle wie Trauer, Ärger & Hass auf ihre Mitmenschen zu übertragen, um nicht alleiniges Leid zu verspüren. Um persönlich zu wachsen, sollte sie versuchen, diese Eigenschaften abzulegen.

4) Wie interpretierst du das Ende?

Ann realisiert selbst, dass diese Art von Freundschaft zwischen ihr und Symen so nicht weitergehen kann, da Emily stets in seinen Gedanken schwirrt – das soll den Leser vielleicht gedanklich anregen, auch selbst mit vergangenen Dingen abzuschliessen & einen Neuanfang in bestimmten Bereichen des Lebens zu wagen um so persönlich zu wachsen. Oft ertappt man sich selber in einem Gedankenrausch vergangener Situationen & nimmt das Hier & Jetzt nicht so richtig und vollkommen wahr.

„Ich war vermutlich schon seine Rettung, die ganze Zeit über. Doch er wollte nie gerettet werden…“ Symen empfindet eine Art Trotz. Er möchte aus dem Liebeskummer gar nicht gerettet werden, denn durch den Kummer hält er noch an Emily fest, um sie nicht ganz aus seinem Leben zu verlieren. Ann vermittelt im Buch, dass ein Kapitel im Leben nicht mitten drin aufhören kann, sondern entweder mit einem Happy-End oder mit einem traurigen Happy-End endet. Es gibt nicht Nichts.

In dem Moment, in welchem Symen aus dem Fenster der Bahn schaut, realisiert er, dass die Story von ihm & Ann noch kein Ende haben kann & er den Schritt wagen muss mit Emily abzuschliessen, um wieder ein befreites Leben führen zu können. Symen erkennt vielleicht selbst, dass Ann doch die Person ist, die ihn retten kann & er sich auf die Reise mit ihr begeben sollte, um das Glück wiederzufinden. Der Bahnsteig ist in diesem Fall bildlich zu verstehen & stellt in diesem Zusammenhang das Übersteigen in ein neues Kapitel des Lebens dar.

5) Über welche Szene hast du dir am meisten Gedanken gemacht? Was hat dich beschäftigt und warum?

„Man kann jemanden auf verschiedene Arten verlassen. Verlasse im Sinne von sterben & verlassen im Sinne von einfach verschwinden. Du kannst derjenige sein der geliebt wird oder verlassen wird, oder derjenige sein der verlässt.“

Ein Gedankengang, der mich schon oft beschäftigt hat & mich deshalb persönlich sehr berührt. Niemals hätte ich dies so gut auf Papier bringen können. Die Message für mich dahinter besagt, dass nicht nur der Tod Menschen trennen kann, sondern auch zuvor zusammen bestrittene Wege zweier Menschen eine andere Richtung einschlagen können. Wichtige Menschen können plötzlich aus dem Leben des anderen verschwinden & dies nur durch die Entscheidung einer Person. Auch dies kann dem Gefühl des Todes & dem damit verbundenen Verlust eines Menschen nah kommen. 

In einem Leben gibt es mehrere Kapitel, die man mit vielen verschiedenen Menschen durchlebt. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch, der in das Leben des anderen tritt, genau für den Zeitraum bestimmt ist, um mit ihnen positive oder negative Erfahrungen zu erleben. Aus den schlechten Erfahrungen kann man immer positive Details ziehen. Freundschaften, Beziehungen etc. prägen & lassen Menschen wachsen. 

Vielen Dank für das Interview!

Wenn ihr noch mehr über den zweiten Teil der Story – „mutige Feiglinge“ – erfahren wollt, checkt gerne noch diesen Blogpost aus.


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