Ich habe nie Röcke getragen! | Gründe & mehr

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Niemals! Ich habe nie Röcke getragen, bis heute – ersichtlich bei diesem Post. Ja, mein Kleiderschrank hat sich etwas verändert, aber woher der Sinneswandel? Heute etwas tragen, was man früher überhaupt nicht ausstehen konnte… wie geht sowas? Ich erzähl‘ euch meine Gedanken dahinter, von heute & von damals:

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Sonnenbrille – Flohmarkt | Top & Mütze – H&M’17 / ’18
Rock – Mum | Docs – Metro Boutique’17

Röcke – eine Liebe auf den vierten Blick

Welch‘ Ironie, wenn man diese Fotos betrachtet. Aber das war wirklich so. Ich war lange der absolute Anti-Röcke & Anti-Kleider-Typ, weil ich es sofort mit Umständen in Verbindung gebracht habe. Ich sitze nie 24/7 mit überschlagenen Beinen da, oder knie mich strukturiert auf den Boden. Im Gegenteil. Doch genau das bedeuteten Röcke & Kleider damals für mich. Dass ich mich so verhalten muss, um sie tragen zu können. Ich wusste ehrlich gesagt auch noch nicht, wie ich sie in meinem Stil kombinieren konnte & ob das überhaupt zu mir passte. Ich fühlte mich nicht wohl damit & gab allen Röcken & Kleidern auf dieser Welt die Schuld dafür.

„Doch genau das bedeuteten Röcke & Kleider damals für mich. Dass ich mich so verhalten muss, um sie tragen zu können.“

In all den Jahren auf dem Weg zur Selbstfindung & Selbstverwirklichung habe ich gelernt, dass ich kein Kleidungsstück für mein Wohlbefinden verantwortlich machen kann. Das was ich fühle, strahle ich aus & so verkörpere ich auch die Klamotten, die ich trage. Ich verleihe ihnen die Wirkung, die sie auf andere haben & nicht umgekehrt. Mittlerweile trage ich sehr gerne Röcke & Kleider. Sie schränken mich nicht mehr ein, weil ich mich nicht mehr einschränken lasse. 

Röcke definieren euch nicht!

Es gibt keinen „so-muss-ich-mich-in-einem-Kleid-verhalten“-Kodex. Es gibt generell keinen Kodex für irgendwas. Manchmal steige ich wie eine „Lady“ aus dem Auto & manchmal wie ein breitbeiniger „Trampel“ – wie es manche vielleicht nennen würden. Wie definiert man denn eine „Lady“ & wer hat das festgelegt? Warum ist ein z.B. ein Höschen-Blitzer nicht „ladylike“? Ist man dann nicht mehr „anständig“? Was ist ein „Trampel“ & warum kann ein Trampel keine Lady sein? Ein oberflächliches Schubladendenken. Immer gleich auf den Charakter & auf die Werte einer Person schliessen & verurteilen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich muss mich nicht anders verhalten, bloss weil ich einen Rock trage – oder eine Latzhose, oder High-Heels, oder eine Perücke oder sonst was. 

Blickwinkel der Gesellschaft 

Unsere Gesellschaft ist da anderer Meinung. Dir wird erklärt, dass man sich so & so bewegen muss wenn man High-Heels trägt – oder gar nicht erst welche anzieht, wenn man nicht „schön“ darin laufen kann. Wer bestimmt dieses „schön“? Bei Röcken geht es darum, wie man sitzen & laufen & aufstehen & aussteigen „muss“, damit es „richtig“ ist. Wer bestimmt dieses „richtig“? Anscheinend nicht derjenige, der betroffen ist. Ich denke, das war auch das, was mich früher etwas verunsichert hat. Man fühlt sich zwar wohl in seiner Haut, aber das wird irgendwie nicht positiv in der Gesellschaft aufgenommen. „Sei du selbst, aber…“ – so beginnen ja bekanntlich die besten Sätze. Man erwartet ein bestimmtes Verhalten oder ein bestimmtes Körpergefühl für bestimmte Kleidungsstücke. Dem möchte ich persönlich entgegen wirken & ihr solltet das auch.

„Sei du selbst, aber…“ – so beginnen ja bekanntlich die besten Sätze.“ 

Nicht eure Kleidung definiert euren Charakter. Ihr bestimmt, wie ihr euch verhalten wollt. Deshalb wünsche ich mir, dass sich die Menschen aus diesen Klischees befreien & eine Person auch als Person wahrnehmen, ohne sich im Vorfeld eine Persönlichkeit auszudenken die gerade zur Kleidung passt. Ich kann mich nämlich auch in einer Trainerhosen elegant bewegen, wenn ich das möchte. Das hat nichts mit meinem Anstand, meinem Respekt, meinen Werten oder meiner Bildung zu tun. Ich hoffe deshalb sehr, dass auch ihr stets den Mut aufbringen werdet, in eurer Kleidung euch selbst zu sein. 

Habt ihr euch in einem Kleidungsstück
auch schon mal unsicher gefühlt?


Feiert euch selbst ihr heissen Schnecken!

Hau' in die Tasten!